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Interlaken

Interlaken zwischen Brienzersee und Thunersee

Interlaken, Harder Kulm
Interlaken zwischen Brienzersee (links) und Thunersee

Die Aare strömt auf ihrem kurzen Weg vom Brienzersee zum Thunersee, verteilt auf mehrere Arme, durch Interlaken. Die Höhendifferenz von 6 Metern zwischen den beiden Seen haben die Menschen zum Betrieb von Mühlen und Kraftwerken genutzt und sich hier angesiedelt. Strategisch von Bedeutung war es allemal an dieser Stelle die Herrschaft auszuüben, so dass Adel, Klöster und Bürger jahrhundertelang um ihren Einfluss rangen. Dabei spielte Interlaken selber nicht unbedingt die Hauptrolle, mindestens genauso relevant war Unterseen am gegenüberliegenden Aareufer.

Interlaken und Unterseen ergänzen sich

In der Wahrnehmung liegt heutzutage aber eindeutig Interlaken an vorderster Stelle, vor allem im Hinblick auf die touristische Attraktivität. Interlaken hat die Einkaufsstraße, das Grandhotel, die Bahnhöfe, den Landeplatz für Huckepack Gleitschirmflüge und vor allem das mondäne, internationale Flair.

Unterseen hat einen dörflichen Charakter, einen Platz der von gemütlichen Häusern umgeben ist, in deren Mitte ein stolzes Rathaus steht und eine schattige Promenade am Aareufer.

Das Doppelpack Interlaken und Unterseen befriedigt also so ziemlich alle Bedürfnisse.

Interlaken die Eisenbahndrehscheibe im Berner Oberland

Der ICE fährt von Deutschland aus direkt bis nach Interlaken und selbstverständlich sind auch die innerschweizer Verbindung ins SBB Netz gewohnt gut. Von Interlaken aus fahren die Züge der Golden Pass Line nach Südwesten ins Simmental und dann weiter an den Genfer See oder nach Norden auf schmalem Gleis bis nach Luzern. Die Züge der Berner Oberland Bahn starten ab Interlaken nach Lauterbrunnen und Grindelwald und ermöglichen so einen Zugang zur Jungfraubahn, die einem zur höchst gelegenen Bahnstation Europas auf das Jungfraujoch bringt.

Mit Bergbahnen von Interlaken aus zu den Gipfeln

Aus dem nahegelegenen Wilderswil startet eine urige Zahnradbahn hinauf zur Schynige Platte, ein Bergerholungsgebiet auf 2000 Metern Höhe. 

Mit der Harderbahn zum Aussichtsberg von Interlaken

Direkt zu Fuß vom Zentrum aus erreichbar ist die Talstation der Harderbahn. Die Standseilbahn bringt ihre Gäste in direkter Linie fast 700 Meter über das Niveau von Aare und Talboden. Ab der Bergstation führt ein sehr gut ausgebauter Fußweg dezent ansteigend hinüber zum Bergrestaurant Harder Kulm. Von dort genießt man einen fantastischen Panoramablick  über Interlaken, die sich verzweigende Aare, nach links auf den Brienzersee, nach rechts auf den Thunersee und geradeaus nach Süden geht der Blick zum Lütschinental und das Jungfraumasiv.

Interlaken Lütschinental
Lütschinental bei Interlaken

Zum Jungfraujoch mit der höchstgelegenen Bahnstation

Wer einmal „Top of Europe“ sein möchte, der fährt hinauf bis aufs Jungfraujoch. Es ist ein Tagesprogramm und nicht gerade günstig. Man sollte das zweifelsohne beeindruckende Bahnerlebnis allerdings nur in Angriff nehmen, wenn die Wetterprognose wolkenlose Berggipfel prophezeien. Ansonsten steht man im Nebel und dass nachdem man mit der Berner Oberland Bahn, der Wengener Alp Bahn und schließlich der Jungfraubahn zwei Stunden lang unterwegs gewesen ist. Ein bisschen schneller geht es seit kurzem, wenn man in Grindelwald die neue Seilbahn nutzt, die einem direkt bis zur Station Eigergletscher der Jungfraubahn bringt. Landschaftlich aber reizvoller ist die Route über Lauterbrunnen mit Einblicken in das canyonartige Lauterbrunnental.

Brienzer Rothorn für Bahnhistoriker ein Muss

Nicht weit von Interlaken wartet mit der Brienzersee Rothornbahn eine besondere Zahnradbahn auf Berg- und Bahnfreunde. Die nostalgische Bahn, wird noch überwiegend mit Dampflokomotiven betrieben und bringt die Besucher bis zur Bergstation auf 2250 Meter. 

Für Fans von James Bond ein absolutes Muss ist die Fahrt mit der Schilthornbahn zum Panoramadrehrestaurant Piz Gloria. Dieses Bergerlebnis nimmt seinen Ausgang weit hinten im Lauterbrunnental. 

Wasserwelten rund um Interlaken – die Seen

Eingebettet zwischen zwei Seen liegt Interlaken auf einem flachen Schüttkegel, den die Lütschine über Jahrtausende in das Aaretal getragen hat. Im Osten liegt der Brienzersee und im Westen von Interlaken der Thunersee.

Brienzersee Fahrradtour, Iseltwald, Giessbachfälle
Mit dem Schiff auf dem Brienzersee

Auf beiden Seen gibt es Linienschifffahrt zwischen den Siedlungen und touristischen Highlights. Jeweils direkt neben den Bahnhöfen Interlaken West und Interlaken Ost befinden sich Schiffsanlegestellen für den angrenzenden See. In den Thunersee geht es ab Interlaken West und in den Brienzersee ab Interlaken Ost. 

Thunersee

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Thunersee
Beatushöhlen mit unterirdischen Flusslauf

Lohnenswerte Ziele am Thunersee sind natürlich Thun selbst, Spiez liegt sehr schön und von der Beatenbucht aus wandert man zu den Beatushöhlen oder fährt mit der Standseilbahn hinauf nach Beatenberg. 

Brienzersee

Brienzersee Fahrradtour, Iseltwald, Giessbachfälle
Iseltwald

Lohnenswerte Ziele am Brienzersee ist das malerisch gelegene Iseltwald, die Giessbachfälle und ganz im Osten Brienz. Dort startet direkt neben dem Hafen die Brienzer Rothornbahn. Zu Anker verlinken

Selbstverständlich kann man in den Seen auch baden, einfach am Ufer entlang wandern oder in parkähnlich angelegten Grünanlagen ein bisschen promenieren.

Wasserwelten rund um Interlaken – wildes Wasser

Wer die Urgewalt des Wassers so richtig erleben will, der kommt ebenfalls auf seine Kosten. 

Trümmelbachfälle

Im Lauterbrunnental locken die Trümmelbachfälle zu einem besonderen Erlebnis. Hier stürzt das Wasser, das vom Eiger und Mönch herunterkommt, in einem vertikalen Höhlensysteme ins Tal hinunter. Mit einem Schrägaufzug fährt man auf die oberste Ebene und steigt dann, begleitet von gewaltigem, lauten Tosen über mehrere Plateaus abwärts. Für das Erlebnis und die Fahrt mit dem Schrägaufzug bezahlt man ein paar Franken.

Aareschlucht

Aareschlucht

Die Aareschlucht ist zwar ein paar Kilometer weg, aber von Interlaken aus problemlos zu erreichen. Mit der Zentralbahn bis Meiringen und dann nochmals zwei Stationen mit der Meiringen-Innertkirchen Bahn (MIB) erreicht man bequem den Zugang zur Aareschlucht an der gleichnamigen BahnstationAareschlucht-West. Schon sehr wasserreich, obwohl gerade mal 30 Kilometer von der Quelle entfernt, zwängt sich hier die Aare durch eine extrem enge Klamm, die auf Stegen oberhalb des Wassers durchquert wird. Außerdem folgt man der Aare flußaufwärts durch einen schmalen Canyon bis zur Bahnstation Aareschlucht-Ost. Der Zugang zur Aareschlucht ist kostenpflichtig. Die evtl. Rückfahrt zum Eingang mit der MIB kostet extra – man kann aber auch zurück laufen.

Giessbachfälle

Giessbachfälle am Brienzersee
Giessbachfälle

Die Giessbachfälle sind im Gegensatz zu den vorgenannten Wasserwelten frei und kostenlos zugänglich. Deswegen aber nicht minder spannend. Am Südufer des Brienzersees gelegen, stürzt sich das Wasser des Giessbachs über mehrere Kaskaden nach unten. Auf einem kleinen Rundweg kriegt man einen schönen Einblick und kann sogar unter einer Kaskade trockenen Fußes hindurchgehen. Ein lohnenswerter Ausflug, des sich mit einer Tour zum oder um den Brienzersee verbinden lässt. 

 Weg vom Trubel – Interlaken wie es keiner kennt

Bei Interlaken geht der erste Gedanke fast immer zuerst zu den fantastischen Bergwelten im Süden der Stadt. Man kann aber auch im Norden der Stadt Interessante Ausflüge erleben. Rund um die Lombachalpe erstreckt sich eines der größten Moorgebiet der Schweiz.

Habkern - Lombachalpe mit dem Fahrrad
Im Norden von Interlaken ist es ruhig
Habkern - Lombachalpe mit dem Fahrrad
Im Norden von Interlaken ist es ruhig – Moorlandschaft bei der Lombachalpe

Keine Eventhighlights locken hier, sondern nahezu unberührte Natur mit Birkenwald und Moorvergetation. Bergsicht auf ein paar Gipfel, z.B. den Hohgant oder das Brienzer Rothorn gibt es aber auch hier. Vor den Naturgenuß haben die Götter – bzw. die zuständigen Behörden – aber den Schweiß gesetzt. Mit dem Auto und mit dem Postbus kommt man nur bis Habkern. Dann heißt es wandern, radfahren oder in den Sommermonaten den Shuttlebus nehmen, um auf die ca. 7 Kilometer entfernte Lombachalpe zu gelangen. Wie gesagt, das wäre dann ein Kontrastprogramm zum quirligen Interlaken.

Fahrradfahren rund um Interlaken

Hier sollen keine sportlichen Herausforderungen beschrieben werden, die auf halsbrecherischen Singletrails durch die Berge und Wälder Interlakens führen. Vielmehr nenne ich hier mal drei Anregungen für Genussradtouren ab und bis Interlaken

Nach Süden ins Lauterbrunnental

Durch das Tal der Lütschine führt die Tour nach Lauterbrunnen und dann weiter talaufwärts bis nach Stechelberg. Jetzt heißt es umkehren und den Rückweg antreten. Warum lohnt sich die Tour? Weil man ab Lauterbrunnen durch eine großartige Canyonlandschaft fährt in die von links und rechts Wasserfälle stürzen. Kostenpflichtig aber sehenswert ist der Trümmelbachfall

Vom Lauterbrunnental kann man mit der Seilbahn ab Stechelberg hinauf zum Schilthorn fahren – James Bond lässt in „Im Dienste Ihrer Majestät“ von hier oben grüßen. Ab Lauterbrunnen führt ebenfalls eine Seilbahn nach oben. Danach geht es mit der BLM (Bergbahn Lauterbrunnen Müren) auf waagrechter, niveaugleicher Trasse weiter in das autofreie Müren.

Thunersee oben und unten 

Die Hauptverkehrsströme fließen am Südufer des Thunersees entlang. Also bietet sich für eine Fahrradtour das ruhigere Nordufer an. 

Ab Interlaken folgt man zunächst dem alten Pilgerweg zu den Beatushöhlen. Der Aufstieg zu den von einem unterirdischen Fluss durchflossenen Höhlen lohnt sich.

Wieder unten in der Beatenbucht angelangt kann man für die Weiterfahrt wählen. Direkt am See entlang durch mehrere Dörfer bis nach Thun.

Oder man fährt mit der Standseilbahn hinauf nach Beatenberg. Nach Westen folgt man dem Sträßchen bis nach Sigriswil. Dort führt eine der spektakulären Hängebrücken über die Gummischlucht. Zunächst zwar für Wanderer konzipiert, ist Brücke jedoch so breit, dass man auch das Fahrrad darüber schieben kann, nachdem auf der Sigriswiler Seite der Brückenzoll bezahlt wurde (Kleingeld mitnehmen!). Auf der anderen Seite der Brücke führt der Weg wieder hinunter an den See, an dem man durch die Thuner Vororte bis ins Zentrum fährt. Wer länger in der Höhe bleiben will, fährt ab Sigriswil über Ringoldswil bis Heiligenschwendi. Von dort gibt es mehrere Varianten hinab nach Thun.

Thun lohnt ein Besuch

Zurück nach Interlaken geht es mit dem Zug oder per Schiff über den Thunersee.

Brienzersee

Rund um einen Fahrradausflug am Brienzersee gibt es bereits einen extra Beitrag im Logbuch Schweiz

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