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Val d’Hérens

Zwischen Rhone und der Staatsgrenze nach Italien strecken sich mehrere Täler nach Süden in das Hochgebirge. Sie geben dieser gewaltigen Maße an Felsen und Gebirgen eine Struktur und auch eine Zugänglichkeit. Abgesehen vom Zugang zum Großen St. Bernhard sind es Sackgassen, in denen die Straßen mehr oder weniger weit bis zu kühn erbauten Speicherseen oder bekannten Wintersportdestinationen führen. Das Mattertal südlich von Visp ist so ein Beispiel, das mit Saas Fee und Zermatt zwei touristisch bestens erschlossene und vielfach besuchte Destinationen aufweist. Weniger bekannt dürfte das Val d‘Hérens sein, dass sich südlich von Sion ins Hochgebirge eingekerbt hat.

Von Unberührtheit zu sprechen ist vielleicht beim Val d’Hérens nicht ganz passend – immerhin befindet sich hier mit Grande Dixcene  die größte Gewichtsstaumauer der Welt und es gibt eine Zubringerseilbahn zum Megaskigebiet 4 Vallées. Aber noch immer geht es im Val d‘Hérens und auf den Talhängen eher beschaulich zu. Gerade mal bei Évolêne bringt ein Sessellift die Wanderer in höhere Regionen zur Alpe La Meina auf 2000 Meter. 

Almwanderung im Val d‘Hérens

Genusswanderer begeben sich von der Alpe La Meina aus auf einen aussichtsreichen Bergspaziergang über weite Almwiesen rund um das Massiv aus Ponte de Mandelon und Pic d’Artsinol.  Mit etwas Glück trifft man bei der entspannten Wanderung auch auf die Königinnen. Königinnen? 

Val d'Hérens

Mehr zu den Königinnen aus dem Val d‘Hérens gibt es hier.

Als Wanderer verhält man sich den Königinnen gegenüber respektvoll, auch wenn diese ihre Kampfeslust im Allgemeinen nur bei ihresgleichen entwickeln.

Zum Melken begeben sich die Eringer am Ponte de Mandelon entweder auf die Alpe La Meina oder auf die Alpe Mandelon. An der zweitgenannten endet auch die Almwanderung auf 2070 Metern Höhe. Den höchsten Punkt bei dieser Wanderung hatte man ungefähr bei der Streckenhälfte auf 2222 Metern Höhe.

Praktischer Tipp für die Almwanderung im Val d’Hérens

Während der Sommermonate in den Jahren 2020 bis 2022 fährt immer Dienstags ein Shuttlebus, der eine Steckenwanderung zwischen der Alpe Mandelon und der Alpe La Meina problemlos möglich macht; und zwar in beide Richtungen. Nähere Infos bei der Touristinformation des Val d‘Hérens, z.B. auch ob das Angebot nach 2022 fortgeführt wird.

Die beiden Täler im Süden des Val d’Hérens

Val-d-Hérens
Euseigne

Bei Euseigne gabelt sich das Val d‘Hérens in das östliche, für die gesamte Talschaft namensgebende Val d‘Hérens mit dem Flüßchen La Borgne und das westliche Val d‘Hérémence mit dem aus der gewaltigen Staumauer abfließenden Flüßchen La Dixence. Namensgeber für dieses Seitental ist die Ortschaft Hérémence mit spektakulärer Betonkirche (siehe weiter unten) und einem Seilbahnanschluss zum Skigebiet 4 Vallées. 

Evolène

Touristisches Zentrum im östlichen Val d‘Hérens ist die Ortschaft Evolène. An der durchaus belebten Hauptstraße trifft man auf bemerkenswerte alte Häuser. Durch die seitlichen Gassen schweift der Blick ins Tal der Borgne oder hinauf zu den Berggipfeln, die hier bereits die 3000-er Grenze knacken. 

Les Haudères im Val d‘Hérens

Am Ende der gut ausgebauten Straße im Val d‘Hérens liegt die Ortschaft Les Haudères, die über einen recht geschlossenen Ortskern mit historischer Bebauung verfügt. Scheinbar willkürlich hingewürfelt bilden die alten Häuser Zeugnis einer bäuerlichen Kultur, die für das Überleben in 1450 Meter Höhe, eingerichtet war. Der Platz war knapp und so erreichen die Holzhäuser  beachtliche Höhen, die eigentlich schon den Begriff Hochhaus rechtfertigen. Einfach ein bisschen Zeit mitbringen, bummeln und staunen.

Arolla – mit dem Postbus auf 2000 Meter

In Les Haudères endet die regelmäßig verkehrende Postbuslinie von Sitten her. Aber es fahren auch einzelne Buse weiter das Tal hinauf bis Arolla. Ein paar Lifte für den Winter, etwas Gastronomie und Blick auf den beeindruckenden Talabschluss mit den Gletschern des Mont Collon und den Gletschern am Pigne d‘ Arollo. Nach Italien sind es zwar nur 10 Kilometer Luftlinie, aber die sind gespickt mit alpinen Herausforderungen in Eis und Fels.

Brutalismus in Hérémence

In den Bergdörfern des Wallis entdeckt man immer wieder moderne Kirchenneubauten, die allesamt nicht wesentlich älter als 70 Jahre sein dürften. Das Val d’Hérens macht da keine Ausnahme. Ein in der Entstehungsphase wegweisendes Objekt, dass inzwischen für Architekturinteressierte sogar einen gewissen Kultstatus erreicht hat, ist die St. Nicolas Kirche in Hérémence

Blick ins Innere der St. Nicolas Kirche in Hérémence

Val d‘Hérens mit dem Fahrrad

Auch bei einer anspruchsvollen Fahrradrunde im Val d‘Hérens kann man die hoch an den Hängen liegende Dörfer und Siedlungen  entdecken. Die Tour stelle ich hier vor.

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