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Brig und Sion im Wallis

Die zwei Städte im Wallis – Sion und Brig

Mit ausgesprochen südlichen Flair rühmen sich die beiden Städte Sion und Brig, die sich beide im Rhonetal breit machen. Bei Brig legt zweifelsohne der Zugang zum Simplonpass und somit auch der direkte Anschluss nach Italien die Affinität zum Süden nahe. Bei Sion hingegen findet man das mediterrane Flair eher in den verwinkelten Gassen der Altstadt und den prächtigen Plätzen, die sich in rund 7000 Jahren Siedlungsgeschichte entwickelt haben. Wie fast alle Siedlungsorte im Rhonetal liegen auch diese beiden Städte auf Schwemmkegeln die aus Seitentäler einmündende Flüsse aufgeschüttet haben. Für das städtische Erscheinungsbild bedeutet das immer ein hängiges Stadtgebiet – und zwar zur Rhone hin. Außerdem ist der Fluss aus dem Seitental meistens inmitten des Stadtgebietes präsent. 

Sion und Brig – Kultur und Stadterlebnisse im Wallis

Zentrale Rollen übernehmen Brig für das deutschsprachige Oberwallis und Sion für das französischsprachige Unterwallis und dazuhin auch noch als Hauptstadt für den Kanton Wallis. Rund 55 Kilometer trennen die beiden Wallismetropolen. Mit einem sehr guten Zugangebot oder einer sehr lückenhaft ausgebauten Autobahn lässt sich diese Distanz überwinden. Natürlich kann man mit dem Fahrrad auch der Rhone-Radroute folgen. Bei einem längeren Aufenthalt im Wallis ist es auf jeden Fall empfehlenswert, neben dem Naturerlebnis in den Bergen auch ein bisschen Kultur und Stadtleben in den beiden Wallismetropolen einzuplanen.

Brig

Die Berge rücken hier im Oberwallis schon recht eng zusammen und der Talboden im Rhonetal weist wenig ebene Flächen auf. An einer verkehrstechnisch günstigen Stelle liegt Brig mit den historischen Zugängen zum Furka-, Grimsel- und Simplonpass und der Verbindung zum Genfer See via Rhonetal. Eine Verbindung nach Norden war erst durch den Eisenbahnbau unter dem Lötschberg hindurch geschaffen. Bahntechnisch gibt es heute von Brig Verbindungen in alle vier Himmelsrichtungen. Ein stattlicher Bahnhof prägt den unteren Abschluss der Briger Kernstadt. Ständig leicht ansteigend gelangt man durch die lebendige Altstadt zum Stockalperschloss am oberen Rand der Altstadt. Dieses Bauwerk zeugt von einem erfolgreichem Kaufmann und seinen Erfolgen bei der Erschließung des Simplonpasses als Zugang zu den italienischen Märkten und Kulturen. 

Stockalperschloss in Brig

Diese prächtige Anlage ist ein gewaltiger Hingucker, kann im Innern aber nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Wenn es zeitlich möglich ist, empfehle ich die Teilnahme an dieser Führung. Man erfährt viel über das Geschlecht der Stockalper, den Gebäudekomplex und auch ein bisschen Geschichte des Wallis. Den beeindruckenden Innenhof – einzig für Repräsentationszwecke errichtet kann man auch individuell besuchen. Frei zugänglich ist im Erdgeschoss eine Dauerausstellung über die bau- und kulturtechnischen Entwicklungen rund um den Simplonpass als bedeutsame Transitverbindung in den Süden.

In der kleinen Altstadt gibt es nette Restaurants und Cafés die bei schönen Wetter dazu einladen, das Leben und die auffallend vielen Schüler, die hier aus dem gesamten Oberwallis die höheren Schulen besuchen, vorbeiziehen zu lassen.

Sion

Auch in Sion (deutsch: Sitten) liegt am unteren Ende des Schwemmkegels der Bahnhof. Doch die Landschaft ist weiter, offener und vor allem ist die Stadt von vielfältiger Weinkultur umgeben. Das Stadtzentrum liegt rund 200 Meter tiefer, als jenes von Brig. Kommt man in Sion am Bahnhof an, fällt zunächst die Orientierung etwas schwer und es fehlt ein leicht identifizierbarer Zugang zur Altstadt. Schöner ist es deshalb, wenn man Sion von Norden her erreicht, wie es bei einer Wanderung durch die Weinberge der Fall ist. 

Grand Rue du Pont – die Magistrale in Sion teilt die Altstadt 

Die platzartig aufgeweitete Grand Rue du Pont dominiert den oberen, bzw. nördlichen Teil der Altstadt. Richtung Süden gabelt sich die Straße dann fächerförmig auf, bis beim Place du Midi das südliche Ende der Altstadt erreicht wird.

Sion mit fächerförmiger Grundriss
Sion – Place du Midi

Verwinkelte Gassen in der Altstadt von Sion

Nach Osten und Westen grenzen an diese Magistrale enge und verwinkelte Gässchen an, die zum Bummeln im Schatten und zur Entdeckung des einen oder anderen Kleinods einladen. 

Bemerkens- und besuchenswert im Westen ist die Kathedrale Nôtre Dame du Glarier. 

Tourbillon und Valeria – die Burgberge in Sion

Im Osten der Magistrale befinden sich die beiden Burgberge Valeria und Tourbillon. Höher hinaus geht es auf dem Tourbillon, doch die Geschichte hat hier lediglich Ruinen und zwei Kapellen übrig gelassen. Etwas tiefer und mit der Basilika Notre-Dame de Valère über eine beeindruckende Silhouette verfügend, liegt der Berg Valeria. Neben der Kirche befindet sich hier auch noch ein Museum und ein Gastronomiebetrieb – aber ab September 2020 wurde die Kirche wegen längeren Restaurierungsarbeiten geschlossen. Den aktuellen Stand zur Öffnung erfährt man sicher bei Sion Tourismus (https://siontourisme.ch). 

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