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Fürstentum Belfort !

Fürstentum Belfort – Monarchie in Europas Musterdemokratie ?

 

Es hat den Anschein als passiere man eine Landesgrenze. Am Straßenrand steht klar und deutlich ein Schild mit der Aufschrift „Fürstentum Belfort“ auf der Rückseite des Schildes ist die Schweizer Flagge aufgedruckt. Keine Frage, hier wechselt man vom einen Hoheitsgebiet in ein anderes.

Wohl gemerkt, wir sind mitten in der Schweiz und monarchische Strukturen waren hier bisher nicht bekannt, allenfalls an der Ostgrenze, wo das Fürstentum Lichtenstein angrenzt.

Das Fürstentum Belfort befindet, oder richtiger ist wohl, befand sich im Kanton Graubünden, im Albulatal. Es bestand zwischen 2007 und 2013 und, jawohl es war ein geniale Werbeidee des gleichnamigen Hotels und Restaurants in der Gemeinde Alvaneu.

Bei einer Radtour im Jahre 2014 konnte die Hoheitsgrenze noch tatsächlich überschritten werden. Im Internet fanden sich seinerzeit noch verschiedene Veröffentlichungen, die über die Idee, die Geschichte und das Schicksal des Fürstentums informierten. Als Ausflugsziel ist die Gemeinde Alvaneu an einem Südhang hoch über dem Albulatal allemal interessant und lässt sich vielleicht mit einer Bahnfahrt auf der Albulalinie (Weltkulturerbe UNESCO) verbinden.

Auszugsweise hier ein paar interessante Fakten die 2014 auf der Homepage des Hotels Belfort veröffentlicht wurden. Inzwischen hat das Hotel neue Besitzer, die Geschichte des Fürstentums ist somit auch im Internet Vergangenheit mit einer Ausnahme: Es findet sich im Internet noch ein interessanter Artikel der Neuen Züricher Zeitung vom 31.7.2007 der sich ausführlich mit dem Fürstentum Belfort beschäftigt)

Geschichtlicher Hintergrund

Die Freiherren von Vaz sind ein bedeutendes Dynastengeschlecht, welches urkundlich von 1135 bis 1338 nachweisbar ist. Im Alpenraum waren die Freiherren von Vaz eines der mächtigsten Adelsgeschlechter. In Graubünden besassen die Freiherren von Vaz neben ihrem Hauptsitz, der Löwenburg in Nivagl und später der Burg Belfort, Rechte an gut 25 Burgen. Der letzte Freiherr von Vaz, Donat, hinterliess zwei Töchter, Kunigunde und Ursula. Kunigunde heiratete Friedrich von Toggenburg, Ursula Rudolf von Werdender Sargans. Die Hinterlassenschaft des letzten Freiherrn ging somit an diese beiden adeligen Häuser über. Donat von Vaz wird als Befreier und Volksheld Graubündens aufgeführt. Von 1295 bis 1298 war er Rechtsstudent in Bologna, 1298 wurde er Domherr zu Chur. 1300, nach dem Tode seines Bruders Johannes, übernahm er die Herrschaft Vaz. Er lehnte sich an Österreich an und pflegte Beziehungen zu Zürich. Er erteilte Aufträge für den Waltensburger Meister. Er war oft in heftige Kämpfe gegen den Bischof von Chur verwickelt und deswegen von der liberalen Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts sowie in Romanen und Volksdramen als Demokrat und Befreier Graubündens gefeiert.

Geschichte des neuen Fürstentums

Am 5. Januar 2007 wurde eine Stiftung (nach eigenem Recht) gegründet mit dem Zweck, den Herausforderungen der neuen Regionalpolitik des Bundes proaktiv zu begegnen, die einheimische Bevölkerung zu ermuntern, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen und der Entwicklungsregion Albulatal neue und nachhaltige Impulse zu verleihen. Während 7 Jahren fanden zahlreiche Aktivitäten unter der Schirmherrschaft des Fürstentums Belfort statt. Am 22. Oktober 2013 wurden die Insignien des Fürstentums Belfort dem Staatsarchiv des Kantons Graubünden übergeben. Damit wurde das Fürstentum Belfort archiviert.

Aktivitäten im Fürstentum

Der Höhepunkt der fürstlichen Aktivitäten wurde jeweils am 30. August gefeiert. Vorgängig dem hochoffiziellen Festakt machten sich hochkarätige Impulsreferenten Gedanken rund ums Fürstentum Belfort. Anlässlich des Staatsfeiertages übergab jeweils die Region Mittelbünden bzw. das Fürstentum Belfort einer Person, die sich besonders um die Region Mittelbünden verdient gemacht hat, den Orden „pro regione retica centrala“, welche eine kleine Kopie der Fürstenkugel darstellte.

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