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Illgraben

Illgraben, Pfynnwald und Bhutanbrücke

Eine abwechslungsreiche Wanderung entlang der Sprachgrenze

Es klingt nicht besonders spannend wenn hier vom Graben der Ill die Rede ist, zumal dieser Graben gerade mal viereinhalb Kilometer lang ist. Trotz oder gerade wegen dieser Kürze ist der Illgraben wohl eines der gewaltigsten Naturerlebnisse der Schweiz. Gewaltig ist übrigens wortwörtlich zu nehmen, denn was sich hier mehrmals im Jahr abspielt zeugt von ungebändigten Kräften der Natur. 

Illgraben-Pfynnwald
Der Illgraben hat einen gewaltigen Schuttkegel aufgeschüttet – hier die unbewaldete östliche Hälfte

Der Illgraben markiert auch die Sprachgrenze – im Osten Deutsch, im Westen Französisch

Pfynnwald
Der Illgraben hat einen gewaltigen Schuttkegel aufgeschüttet – hier die bewaldete westliche Hälfte, der Pfynnwald

Ist der Illgraben überhaupt ein Gewässer?

Bei einem normalen Besuch des Illgrabens merkt man nichts davon, allenfalls nimmt der aufmerksame Beobachter meist frische und ausgeprägte Erosionsspuren im Graben war. Ein breiter Streifen im Grabenbett ist frei von jeglicher Art pflanzlichen Lebens. Und doch liegt der Graben trocken, einer pflanzlichen Besiedelung würde scheinbar nichts im Wege stehen.

Tatsächlich aber ergießen sich in unregelmäßigen Abständen gewaltige Murenabgänge durch den Illgraben hinab bis in die Rhone. Ihren Ausgang nehmen diese unabdingbar zu Tale strömenden Stein-, Schutt- und Felsmassen in der Felsarena unterhalb des Illhorns. Geologische Hintergründe, die das regelmäßige Entstehen von Murenabgängen begünstigen, werden hier in diesem Text nicht ausgeführt. Sich damit zu beschäftigen ist aber lohnenswert, denn Murenabgänge kommen zwar im gesamten Alpenraum vor, aber eben nicht regelmäßig. Wikipedia bietet einen guten Überblick.

Wanderung zur Bhutanbrücke, entlang des Illgraben

Recht ausführliche Informationen bietet das Projekt „soundwalk“, dessen mp3-files auf der Seite des Naturparks pfyn-finges herunter geladen werden können. Wir haben die Soundtracks für unsere Wanderung zur Bhutanbrücke auf unserem Handy/Smartphone mitgenommen. Vor allem die Schilderung eines Murenabgangs im Angesicht des Illgrabens erzeugt doch eine nachhaltige Wirkung. Ein bisschen Phantasie und Vorstellungskraft sollte man mitbringen.

Die Bhutanbrücke ist zwar mit dem PKW erreichbar, aber die Rundwanderung Illgraben-Bhutanbrücke ab Susten ist sicher das nachhaltigere Erlebnis. Der Zugang in den Erosionstrichter unterhalb des Illhorns ist aus naheliegenden Gründen nicht möglich. Auf Bergpfaden kann man jedoch Teile des oberen Grats in der Nähe des Illhorns erwandern und hinabblicken in den Kessel der die gewaltigen Muren hervorbringt. Mit Bergwanderungen ab Chandolin kann man zum Kessel-/Kraterrand hinaufsteigen.

Murenabgänge im Illgraben

Illgraben
Symbolbild

Ergänzend ist es sinnvoll, sich einige der ungezählten Filme auf YouTube anschauen, um Eindrücke von den gewaltigen Kräften der Natur zu gewinnen, die inmitten der Zivilisation daran erinnern, das der Mensch nicht alles beherrschen kann. Wenige Wochen vor unserem Besuch war ein heftiger Murgang im Illgraben der eindrucksvoll (inclusive Erklärtexten) festgehalten wurde. https://www.youtube.com/watch?v=h-xsh9ixYIE

ebenfalls eindrücklich sichtbar wird die zerstörerische Energie in diesen beiden videos

https://www.youtube.com/watch?v=Fsh5E9m3PrM

sehr beeindruckender Film mit viele verschiedene Perspektiven – auch die Mündung in die Rhone – und Aufnahmen wie es danach aussieht

https://www.youtube.com/watch?v=3FIce6AVv9Q

Rund ums Illhorn stehen die Felsen, die später als Mure abgehen

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