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Uhrenstadt La Chaux de Fonds

St. Imier und La Chaux de Fonds sind typische Uhrenstädte im Jura

Es gibt natürlich gewachsene Städte die oft einen schönen mittelalterlichen Altstadtkern besitzen. Es gibt geplante Städte, die meistens strategischen Anforderungen genügen mussten. Dass es aber Städte gibt, bei denen nicht nur der Stadtplan sondern auch die Bauausführung der Gebäude einer einheitlichen Vorgabe durch den Planer folgt, ist ungewöhnlich. Vor allem wenn diese Bedürfnisse durch ein ganz bestimmtes Gewerbe definiert wurden. Wir reden hier von den Uhrenstädten im Jura. Ganz konkret von St. Imier,  Le Locle und La Chaux de Fonds. Die beiden letztgenannten haben ob dieser Eigenheit sogar den UNESCO Weltkulturerbestatus erhalten.

Der Stadtplan von La Chaux de Fonds

Was ist das Besondere? Zunächst einmal sind die meisten Straßen parallel in Ost-Westrichtung angeordnet. Mit den Querstraßen ergibt sich ein geometrischer Stadtgrundriß. In allen Straßen stehen einheitliche Häuser, die nicht tief, dafür aber hoch sind – 4-5 Stockwerke sind der Standard, dieser im 19. Jahrhundert entstandener Bebauung. Nach Süden haben die Gebäude große Fenster, damit viel Licht auf die dahinter befindlichen Arbeitsplätze der Uhrenmanufakturen fallen könnte. Für die diffizile Arbeit der Feinmechanischer war gutes Licht unabdinglich. Damit sich die Fabrikgebäude nun nicht gegenseitig beschatten waren die Baukörper in einem genau definierten Abstand angeordnet. Ein Umstand der natürlich bereits bei der Straßenanordnung berücksichtigt werden musste. Eine geniale Idee steckt hinter all dem. Im Gebäude der Touristeninformation in La Chaux de Fonds ist ein Projektplan aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt, als der generalstabsmäßige Wiederaufbau nach einem Stadtbrand erfolgte.

Sehr gut erkennt man das architektonische Konzept, wenn man sich in St. Imier auf die südlichen Talhänge begibt und das Stadtpanorama einem zu Füßen liegt.

La Chaux de Fonds, Uhrenstadt im Jura

In La Chaux de Fonds fährt man einfach mit dem Aufzug auf die frei zugängliche Besucherterrasse des runden Bürohochhauses an der Hauptstraße. In dem Gebäude befindet sich auch die Touristinformation und die Stadtvewaltung. Aber auch beim Bummel durch die Gassen lässt sich unschwer die einheitlich gestaffelte Anordnung der Gebäude erkennen.

Jugendstil in La Chaux de Fons

Führt einen der Weg eher in die nicht durch vorindustrielle Nutzung geprägte Quartiere, so lassen sich eine ansehnliche Menge an Jugendstilgebäuden entdecken, deren stilistischer Reichtum nicht immer von außen an der Fassade erkennbar ist.

Der Vollständigkeit halber muss natürlich auch das Internationale Uhrenmuseum erwähnt werden. Hier lasen sich die Produkte der ehemals und teilweise sogar heute noch ansässigen Manufkaturen besichtigen.

La Chaux de Fonds eignet sich auch durchaus zur Erkundung des Juras mit Fahrrad und Bahn. Vom Historischen Bahnhof startet nicht nur die SBB sondern auch diverse Privatbahnen In die Jurahochebene.

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