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Bahnland Schweiz – Bernina Express

Mit dem Bernina Express vom mondänen Engadin ins sonnige Italien

Der Bernina Express ist einer der legendären Zugverbindungen in der Schweiz. Als Touristikzug ist er unter dem Begriff „Bernina Express“ weltbekannt. Es fahren aber auch stündlich die „normalen“ Züge auf dieser tollen Strecke – und das ist meine Empfehlung. Denn die „normalen“ Züge dienen dem Nahverkehr, der Bevölkerung und durch die vielen Haltestellen bieten sie auch dem Individualreisenden alle Möglichkeiten für Pausen und Wanderungen Parallel der Strecke.

In St. Moritz starten die Züge über den Bernina Pass.

Der Bernina Express schlängelt sich auf der höchsten Bahnstrecke der Alpen von St. Moritz durch das Valposchiavo  nach Tirano. Sie gilt als höchste Adhäsionsbahn der Alpen und – mit bis zu sieben Prozent Neigung – als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Seit 1910 fahren die Züge auf der höchsten Bahnstrecke der Alpen, vorbei an einer gewaltigen Bergkulisse, die gekrönt wird vom bis auf 4’049 m ü. M. hoch ragenden Piz Bernina.

Vorbei an Pontresina steigt die Bahn stetig hinauf. Oft direkt neben der Straße, teilweise aber auch weit abseits, wenn sie mit ein paar zusätzlichen Kehren die steilen Rampen überwinden muss. Kurz vor dem Pass erstrecken sich die kleineren Seen Lej Pitschen und Lej Nair. Direkt dahinter ragt die 15 m hohe und 283 m lange Staumauer des Lago Bianco empor, die zugleich die Wasserscheide zwischen Donau und Po markiert. Die Wasserscheide ist auch die romanisch-italienische Sprachgrenze, was sich im Wechsel der Seenamen vom rätoromanischen Lej zum italienischen Lago zeigt. Ab hier sind auch die Bahnhofsnamen italienisch.

Bei der Abfahrt ins Poschiavo oder Pushclav warten hinter jeder Kurve neue Aussichten und Höhepunkte. Bald wird der Bahnhof Alp Grüm erreicht. Er liegt an der Waldgrenze und ist Ziel vieler Ausflügler, da von hier aus ein Blick ins Puschlav möglich ist. Der Bahnhof liegt auf einer Höhe von 2’091 m ü. M.  Das heutige Bahnhofsgebäude, zugleich Buffet und Hotel, wurde 1926 eröffnet. Von hier aus klettert die Linie mit einem Gefälle von bis zu 70 ‰ über mehrere Kehren ins Puschlav hinunter. Da dies ohne Zuhilfenahme einer Zahnstange geschieht, gehört die Berninabahn mit zu den steilsten Adhäsionsbahnen.

Eine Besonderheit sind die engbebauten Ortsdurchfahrten von Sant’Antonio und Le Press. Hier wird der Zug als Strassenbahn mit Rillenschienen ausgeführt. In Le Prese verkehren die Züge Richtung Tirano als Besonderheit entgegen der üblichen Fahrordnung im Linksverkehr. Das heisst, sie kommen dort den nördlich fahrenden Motorfahrzeugen frontal entgegen; es gilt deshalb sowohl für den Bahn- als auch für den Strassenverkehr eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h.

Zwischen Le Prese und Miralago führt die Strecke dem Ufer des Puschlaversees entlang.

Sicher das bekannteste Kunstbauwerk der Strecke ist das Kreisviadukt bei Brusio, das die Bahn auf der Berninalinie in faszinierenden Spiralen bergab schickt.

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